Sie haben sie wahrscheinlich gelöscht. Die Flut von E-Mails von Facebook, Twitter und Uber, in denen „Aktualisierungen der Datenschutzrichtlinien“ angekündigt werden.

Es fühlt sich an wie Lärm. Clickbait. Panikmache der Konzerne.

Aber das Löschen dieser Nachrichten könnte ein Fehler gewesen sein.

Der Grund für diese plötzliche Flut ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Dieses umfassende Datenschutzgesetz trat am 25. Mai 2018 in der Europäischen Union in Kraft. Es zwingt Technologiegiganten zur Einhaltung strenger neuer Regeln. Das Ziel? Geben Sie Ihnen die Kontrolle über Ihr Online-Leben.

Persönliche Daten sind das neue Öl. Es ist ein großes Geschäft. Facebook erwirtschaftete im Jahr 2017 einen Umsatz von 40 Milliarden US-Dollar, ohne den Nutzern einen Cent in Rechnung zu stellen. Wie? Indem Sie ein Profil über Sie erstellen. Sie verfolgen Ihr Geschlecht, Ihre Ausbildung, Ihren Standort, Ihre Freunde, Likes und Beiträge. Diese Daten helfen ihnen, Anzeigen von Drittanbietern in Ihrem Feed gezielt einzusetzen.

Manchmal lecken diese Daten.

Betrachten Sie Cambridge Analytica. 87 Millionen Facebook-Nutzer haben ihre Daten ohne Erlaubnis an ein konservatives Politikberatungsunternehmen weitergegeben. Dieser Verstoß, gepaart mit allgemeinem öffentlichen Misstrauen, erzeugte den Druck für die DSGVO.

Das Gesetz schreibt konkrete Änderungen vor. Unternehmen müssen jetzt:

  • Verwenden Sie in den Datenschutzrichtlinien eine klare Sprache, keine verwirrende juristische Sprache
  • Holen Sie vor der Datenerhebung Ihre ausdrückliche Zustimmung ein
  • Ermöglichen Sie eine einfache Abmeldung von der Datenerfassung
  • Ermöglichen Sie Benutzern, ihre persönlichen Daten herunterzuladen, um den Anbieter zu wechseln
  • Benachrichtigen Sie Benutzer innerhalb von 72 Stunden über Verstöße
  • Respektieren Sie das „Recht auf Vergessenwerden“ (dauerhafte Löschung)
  • Schützen Sie sensible Gesundheits- und politische Daten

Diese Regeln gelten rechtlich nur für die EU. Bürger. Dennoch haben Sie die E-Mails erhalten.

Warum?

Einige Unternehmen wie Microsoft haben den DSGVO-ähnlichen Schutz auf Benutzer weltweit ausgeweitet. Andere nutzten die Compliance-Bemühungen, um ihre bestehenden Bedingungen zu klären. Sie erkannten, dass das Ignorieren des Stimmungsumschwungs in der Öffentlichkeit Vertrauen kostete.

Wenn Ihnen der Datenschutz am Herzen liegt, lesen Sie die E-Mails.

Twitter ermöglicht Nutzern nun die Deaktivierung jeglicher interessenbezogener Werbung. Facebook bietet Ihnen die Möglichkeit, in Ihren Einstellungen für „Werbung“ das Marketing und die Datenerfassung zu deaktivieren. Sie können sogar Ihr gesamtes Facebook-Datenprofil herunterladen.

Was Sie mit dieser Kraft machen, liegt bei Ihnen.

Es gibt noch eine Falte. Die DSGVO erfordert eine ausdrückliche Erlaubnis, Sie zu E-Mail-Listen hinzuzufügen. Keine automatischen Opt-Ins mehr beim Kauf eines Produkts. Das gilt für Europäer. Einige Unternehmen senden jedoch „Opt-in“-Anfragen an alle.

Es ist eine kleine Verschiebung. Eine legale. Aber es verändert die Art und Weise, wie diese Plattformen Sie sehen. Sie sind nicht länger nur eine Ressource, die abgebaut werden muss. Sie sind ein Benutzer mit Rechten.

Die Frage ist, ob Sie sie nutzen werden.