Wahrscheinlich ist gerade ein alter Fire-TV-Stick an Ihren Fernseher angeschlossen. Vielleicht zwei. Staub sammelt sich. Endlos puffern. Das weckt den Wunsch, es aus dem Fenster zu werfen.
Laut einer in Kalifornien eingereichten Sammelklage war diese Frustration kein Zufall. In der Beschwerde wird behauptet, Amazon habe den Software-Support für die Sticks der ersten und zweiten Generation absichtlich eingestellt, ohne die Benutzer zu warnen. Funktionsfähige Hardware effektiv vorzeitig in den Ruhestand schicken. Natürlich um Platz für neuere Modelle zu schaffen.
Bill Merewhuader reichte die Klage beim Los Angeles Superior Court ein. Er kaufte 2018 zwei Sticks der zweiten Generation bei Best Buy. Das war vier Jahre, nachdem Amazon die erste Version auf den Markt gebracht hatte. Eine Zeit lang funktionierten sie gut. Dann wurde es langsamer. Streaming wurde schmerzhaft. Menüs verzögerten sich. Ladezeiten erstreckten sich bis in die Ewigkeit.
Schließlich starben die Geräte. Oder kam dem nahe. Er musste im Jahr 2024 Ersatz kaufen.
Merewhuader argumentiert, Amazon habe die Herabwürdigung absichtlich vorgenommen. Eine Strategie, Geräte zu „zumauern“, bevor sie das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben. Ein als technologischer Verfall getarnter Drang nach Upgrades.
„Gemauerte Fire-TV-Geräte vor Ablauf ihrer Nutzungsdauer“
Amazon hat auf Anfragen nach Kommentaren nicht geantwortet. Über die Klage hinaus sagten die Anwälte der Kläger nichts. Stille spricht Bände? Manchmal.
Streaming-Sticks werden alt
Das ist kein neues Phänomen. Technologieunternehmen verkaufen seit fast zwanzig Jahren Streaming-Geräte. Apple brachte das ursprüngliche Apple TV im Jahr 2007 auf den Markt. Roku folgte im Jahr 2008. Googles Chromecast veränderte 2013 das Spiel und wechselte von Boxen zu Dongles. Amazon betrat die Arena im Jahr 2014 sowohl mit einer Box als auch mit einem Stock.
Mit zunehmendem Alter gehen diese Geräte kaputt. Apps werden nicht mehr aktualisiert. Funktionen verschwinden. Das ursprüngliche Apple TV ist heute im Grunde nutzlos und wurde durch die 4K-Versionen ersetzt. So funktioniert die Branche. Obsoleszenz ist eingebrannt.
Aber hier liegt der Haken.
Die Klage hängt von der Offenlegung ab. Oder das Fehlen davon. Den Vorwürfen zufolge hat Amazon den Käufern nie mitgeteilt, dass die Sticks irgendwann ersticken oder ganz aufhören würden zu funktionieren. Die Leistung verschlechterte sich weit über das, was beworben wurde. Das Marketing versprach Bequemlichkeit, keine Sackgasse.
Für wen gilt die Klage? Jeder in den USA. Vorausgesetzt, Sie besitzen seit dem 1. Januar 2022 einen Stick der ersten Generation. Oder seit dem 1. April 2022 einen Stick der zweiten Generation. Die Uhr tickt. Ob man Geld sieht, ist eine andere Frage. Der Rechtsweg verläuft in eisigem Tempo. Genau wie ein nicht aktualisierter Streaming-Stick.
