Ein Anstieg der Speichernachfrage, angetrieben durch das explosive Wachstum der generativen KI, dürfte die Smartphone-Preise im Jahr 2026 in die Höhe treiben. Analysten gehen davon aus, dass die Verbraucher die Hauptlast dieser Knappheit tragen werden, wobei bei Low-End-Geräten die deutlichsten Preiserhöhungen zu erwarten sind. Dabei handelt es sich nicht um eine vorübergehende Störung der Lieferkette; Experten gehen davon aus, dass dies eine langfristige Verschiebung der Kapazitätszuteilung für Siliziumwafer bedeuten könnte.
Die KI-gesteuerte Speicherkrise
Seit Jahren wird die Nachfrage nach Computerteilen durch das Mining von Kryptowährungen in die Höhe getrieben. Jetzt verstärkt die generative KI diesen Trend und führt zu einer beispiellosen Belastung für den globalen Speichermarkt. Rechenzentren, die Motoren hinter KI-Workloads, priorisieren massive Speicherbestellungen, sodass Smartphone-Hersteller um Nachschub kämpfen müssen.
Das entscheidende Problem ist nicht nur die Verfügbarkeit, sondern wohin das Angebot geht. Smartphones verwenden miniaturisierten RAM, aber die Produktion verlagert sich, um den unersättlichen Appetit KI-fokussierter Rechenzentren zu bedienen. Dieses Ungleichgewicht treibt die Preise für alle Arten von RAM in die Höhe und treibt die Kosten insgesamt in die Höhe.
Auswirkungen auf Verbraucher: Höhere Preise und niedrigere Spezifikationen
Die Auswirkungen auf die Verbraucher werden zweierlei sein: höhere Preise und möglicherweise geringere Gerätespezifikationen. Das Marktforschungsunternehmen IDC prognostiziert, dass die Preise für Low-End-Smartphones im Jahr 2026 um 5–10 % steigen könnten, da Speicher 15–20 % der Materialkosten ausmacht. Die Hersteller werden diese Kosten wahrscheinlich an die Verbraucher weitergeben, anstatt sie zu tragen.
„Anbieter im unteren Preissegment … werden fast keine andere Wahl haben, als die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterzugeben“, sagt Nabila Popal, leitende Forschungsdirektorin bei IDC.
Telefonhersteller werden auch den Produktmix hin zu Premium-Geräten mit höheren Margen verlagern und weniger billige Telefone verkaufen. IDC prognostiziert nun einen Anstieg der durchschnittlichen Smartphone-Preise im nächsten Jahr um 2 % und kehrt damit frühere Prognosen eines leichten Rückgangs um. Trotz geringerer Stückzahlen wird erwartet, dass der gesamte Smartphone-Markt einen Rekordwert von 578,9 Milliarden US-Dollar erreichen wird.
Der Kompromiss: RAM-Kapazität vs. Kosten
Um Preissteigerungen abzumildern, reduzieren einige Hersteller möglicherweise die RAM-Größe in Geräten der Einstiegs- und Mittelklasse und kehren zu 4-GB-Konfigurationen zurück. Dies ist von Bedeutung, da 8 GB mittlerweile als Basis für die Ausführung generativer KI-Funktionen auf dem Gerät wie Galaxy AI oder die Fotoverbesserungen von Google Pixel gelten.
Die Reduzierung des Arbeitsspeichers bedeutet eine langsamere Leistung, mehr Verzögerungen und die Abhängigkeit von Cloud-basierten KI-Diensten, die eine Datenverbindung erfordern. Sogar High-End-Telefone verzichten möglicherweise auf Pläne für 24-GB- oder höhere Konfigurationen und beschränken sich auf 16 GB oder sogar auf 12 GB in „Pro“-Varianten.
Eine langfristige Verschiebung?
Die Dauer dieses Mangels bleibt ungewiss. Die Verschiebung der Produktionsprioritäten deutet jedoch darauf hin, dass dies mehr als nur vorübergehend sein könnte. Verbraucher in preissensiblen Märkten können Upgrades verzögern, während Verbraucher mit Ratenzahlungsplänen in den USA möglicherweise geringere unmittelbare Auswirkungen auf die monatlichen Rechnungen haben.
Letztendlich wird die Speicherkrise die Smartphone-Landschaft verändern, indem sie Hersteller dazu zwingt, Margen über Funktionen zu stellen, und Verbraucher dazu drängt, mehr für weniger zu bezahlen.
