Die 1970er Jahre brachten einige der gewagtesten Werke des Kinos hervor, doch Regisseur Hal Ashby wird trotz seiner Schlüsselrolle in der Hollywood-Renaissance nach wie vor überraschend wenig gefeiert. Ashby, bekannt für Filme wie „Shampoo“ und „Being There“, war auch Regisseur der düsterkomödiantischen und kontroversen Liebesgeschichte „Harold und Maude“. Der Film, der oft abwechselnd als Stream verfügbar ist, ist gerade auf Pluto TV und Kanopy gelandet – eine rechtzeitige Ankunft, wenn man bedenkt, dass sein Hauptdarsteller Bud Cort kürzlich im Alter von 77 Jahren verstorben ist.
Die unkonventionelle Prämisse des Films
Harold und Maude folgt der bizarren Liebesbeziehung zwischen Harold (Bud Cort), einem wohlhabenden 20-Jährigen, der vom Tod besessen ist, und Maude (Ruth Gordon), einer freigeistigen 79-Jährigen, die in einem Güterwagen lebt. Harold inszeniert immer ausgefeiltere, aber wirkungslosere Selbstmordversuche – Erhängen, Selbstverbrennung und mehr –, während seine emotional distanzierte Mutter seine theatralischen Handlungen kaum wahrnimmt. Der schwarze Humor und die beunruhigende Prämisse des Films machten ihn bereits bei seiner Veröffentlichung im Jahr 1971 zu einem Ausnahmeerscheinen. Die New York Times bezeichnete die Hauptaufführungen als „gruselig und abstoßend“, doch seitdem hat sich der Film durch Mitternachtsvorführungen und Mundpropaganda eine treue Anhängerschaft aufgebaut.
Warum es heute wichtig ist
Die anhaltende Anziehungskraft des Films ist nicht nur Nostalgie. Harold und Maude stellt konventionelle Vorstellungen von Liebe, Alter und Sinn in Frage. Maude, eine Holocaust-Überlebende, auf die durch eine Tätowierung auf ihrem Unterarm hingewiesen wird, nimmt das Leben mit einer trotzigen Freude an, die in scharfem Kontrast zu Harolds nihilistischen Tendenzen steht. Der Film legt nahe, dass die Konfrontation mit der Sterblichkeit – und nicht die Flucht vor ihr – der Schlüssel zu einem authentischen Leben ist.
„Jeder hat das Recht, sich selbst zum Arsch zu machen. Man darf sich einfach nicht zu sehr von der Welt verurteilen lassen.“ – Maudes ikonischer Satz bringt die Kernbotschaft des Films auf den Punkt: Lebe nach deinen eigenen Vorstellungen.
Ein Spiegelbild seiner Zeit
Es ist schwer vorstellbar, dass heute ein großes Studio Harold und Maude grünes Licht gibt. Seine provokanten Themen und seine unkonventionelle Romantik würden wahrscheinlich weitaus stärker untersucht werden. Der Film ist ein Zeugnis einer freizügigeren Ära des Filmemachens, in der Risikobereitschaft belohnt und Grenzen verschoben wurden. Seine Mischung aus schwarzem Humor, existenziellem Drama und einem Killer-Cat-Stevens-Soundtrack macht es zu einem einzigartigen und unvergesslichen Kinoerlebnis.
Harold und Maude wird derzeit auf Pluto TV und Kanopy gestreamt. Fangen Sie es an, solange Sie können – seine flüchtige Präsenz auf Plattformen lässt jede Betrachtung zu einer seltenen Gelegenheit werden.






























