Der Hersteller von Mobilzubehör Casely hat wegen schwerer Brand- und Verbrennungsgefahr einen neuen Rückruf für seine 5.000-mAh-MagSafe-Power-Pods (Modellnummer E33A) herausgegeben. Diese Aktion folgt auf einen früheren Rückruf vor einem Jahr, der auf ein wiederkehrendes Sicherheitsproblem des Geräts aufmerksam machte.

Der Rückruf betrifft etwa 429.200 Einheiten, die in China hergestellt und zwischen März 2022 und September 2024 verkauft wurden. Die mit diesen Powerbanks verbundenen Risiken sind nicht nur theoretischer Natur; Die US-amerikanische Consumer Product Safety Commission (CPSC) berichtet, dass das Gerät bereits mit einem Todesfall bei einer 75-jährigen Frau in Verbindung gebracht wurde.

Eskalierende Sicherheitsbedenken

Seit dem ersten Rückruf im April 2025 hat sich die Situation verschlechtert. Das CPSC hat 28 zusätzliche Vorfälle von Überhitzung und Bränden dokumentiert, einer davon ereignete sich während eines Fluges.

Die Häufigkeit dieser Vorfälle hat zu umfassenderen Veränderungen in der Reisebranche geführt. Beispielsweise wird Southwest Airlines ab dem 20. April neue Beschränkungen einführen, die Passagiere auf einen einzigen tragbaren Akku pro Flug beschränken und streng regeln, wie und wo diese Geräte aufbewahrt oder aufgeladen werden dürfen.

Die Wissenschaft hinter dem Risiko: Warum Lithium-Ionen-Batterien versagen

Die Power Pods nutzen Lithium-Ionen-Technologie, den Industriestandard für alles, von Smartphones und Laptops bis hin zu Elektrofahrzeugen. Obwohl diese Batterien für ihre hohe Energiedichte und Kosteneffizienz geschätzt werden, weisen sie inhärente chemische Anfälligkeiten auf.

Laut Burcu Gurkan, Professor für Chemie an der Case Western Reserve University, liegt die Gefahr in der inneren Struktur der Batterie:

  • Kurzschlüsse: Wenn die internen Separatoren – die Schichten, die die Komponenten voneinander trennen – zu dünn oder beschädigt sind, können sich die Komponenten berühren und einen Kurzschluss verursachen.
  • Thermal Runaway: Ein Kurzschluss erzeugt starke Hitze. Da diese Batterien brennbare organische Bestandteile (z. B. Karbonatelektrolyte) enthalten, kann diese Hitze eine selbsterhaltende Verbrennung oder sogar eine Explosion auslösen.
  • Herstellungsfehler: Unvollkommenheiten während der Produktionsphase können zu fehlerhaften Zellen führen, die zu Instabilität neigen.

Auf der Suche nach sichereren Lösungen

Die wiederkehrende Art dieser Rückrufe – nicht nur bei Casely, sondern auch bei großen Marken wie Anker – unterstreicht eine systemische Herausforderung bei der Batterieherstellung. Um diese Risiken zu mindern, verfolgen Industrie und Wissenschaft mehrere Wege:

  1. Materialinnovation: Forscher wie Professor Gurkan arbeiten an der Entwicklung von alternativen Elektrolyten, die nicht brennbar sind, um aktuelle gefährliche Materialien zu ersetzen.
  2. Erweiterte Diagnose: Die Industrie investiert in bessere Vorhersagetools, um Zellinstabilitäten zu erkennen, bevor es zu einem Brand kommt.
  3. Wachsamkeit der Verbraucher: Bis neue Technologien standardisiert sind, hängt die Sicherheit davon ab, zurückgerufene Produkte zu vermeiden und Geräte in extremen Klimazonen oder Hochrisikoumgebungen wie Flugzeugen zu überwachen.

Sofortige Maßnahmen erforderlich: Casely und das CPSC raten allen Besitzern des E33A Power Pod, die Verwendung des Geräts sofort einzustellen. Benutzer können einen kostenlosen Ersatz anfordern, indem sie über die offizielle Casely-Website einen Anspruch einreichen.


Schlussfolgerung: Der Rückruf von Casely ist eine deutliche Erinnerung an die volatile Natur der Lithium-Ionen-Technologie. Während diese Batterien unser modernes Leben antreiben, stellen Herstellungsfehler und chemische Instabilität weiterhin erhebliche Sicherheitsrisiken dar, die sowohl strengere Vorschriften als auch wissenschaftliche Innovationen erfordern.